Manchmal sind es Kleinigkeiten von eigentlich Unbekannten, die einem den Arsch retten

Ihr habt ja mitbekommen, wie verzweifelt ich vor einigen Tagen war aufgrund meiner Arzt-Panik-Hodor Situation. (hier nochmal nachzulesen)
Kurz nachdem ich den Text geschrieben und gepostet hatte, schrieb mich eine Unbekannte Bekannte an (Unbekannt weil eigentlich kenn ich sie nicht persönlich, aber Bekannte weil wir auf Facebook befreundet sind 😉 Verrückt, manchmal gibt es sowas!) und berichtete mir von ihrer Ärztin, bei der sie ihren eigenen Hund manchmal mit rein nehmen würde, wenn sie dort ein Rezept abhole. Ich solle mir sie doch mal angucken, vielleicht dürfte ich Hodor dort mit hinnehmen.
Blöd nur, wenn man sich dann tagelang nicht traut, dort mal kurz anzurufen 😛 Nach der nicht so netten Abfuhr meiner aktuellen Allgemeinmedizinerin hatte ich ja ehrlich gesagt so n bissl die Kappe auf. Aber meine Unbekannte Bekannte ließ nicht locker (danke dafür :* ) und fragte bei ihrem nächsten Besuch in der Praxis direkt vor Ort nach, ob die Mitnahme eines Assistenzhundes in die Praxis ein Problem darstellen würde.

„Wenn man einen Assistenzhund hat und braucht, dann sollte man diesen auch mitnehmen“

Das war wohl die Antwort der Arzthelferin. Als ich das las, hatte ich so dermaßen Pipi in den Augen, einfach weil ich sowas nicht kenne. Ich kenne nicht, dass sich eigentlich fremde Menschen für mich einsetzen und auch dass überhaupt in solch Momentan an mich gedacht wird und dann nachgefragt wird. Und dass dann die Mitnahme von Hodor so unkompliziert sein sollte, hallo??? Sechser im Lotto oder wie?
Auf alle Fälle habe ich mich dadurch getraut und dort angerufen, um einen Ersttermin abzuklären. Vorher nochmal dezent nachfragen, ob das richtig so ist, dass ich mit meinem Assistenzhund dort rein darf….NATÜRLICH, überhaupt gar keine Frage. Wenn sie auf den Hund angewiesen sind, dann haben sie den mitzunehmen….und die Tränen liefen.
Heute war dann „unser Termin“. Ich war SO aufgeregt, meine Herren. Dreimal verfahren, natürlich dreimal direkt an dem fetten unübersichtlichen Praxisschild vorbei, um dann leicht hyperventilierend endlich das Auto auf dem Parkplatz zum stehen zu bringen. Ich hatte echt Angst vor dem Termin, unfassbar. Aber es war SO unbegründet, ich bin in die Praxis und wurde direkt total liebevoll und achtsam empfangen. Man wusste direkt Bescheid, dass ich doch „die mit dem Hund“ sei und brachte mich in ein separates Zimmer. Dort kam dann die (wenn ich das richtig verstanden habe) Assistentin der Hausärztin rein, die auch irgendwas mit Medizin macht und keine Ahnung, Filmriss 😀
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Hodor? Der lag derweil, zufrieden mit sich und der Welt, zu meinen Füßen. Ein paar Fragen und Notizen später wurde mir dann noch kurz erklärt, welche Untersuchungen durch meine chronischen Erkrankungen regelmäßig durchgeführt werden würden von deren Seite aus und auch dass ich dort aufgrund der Einnahme von Psychopharmaka regelmäßig EKG und Blutkontrollen machen lassen kann, darf, soll. Ich dachte, ich hör nicht richtig. Endlich mal eine Arztpraxis, die diese Kontrollen von sich aus anspricht und regelmäßig durchführen will!
Das war bisher ja immer ein Krampf sondergleichen. Mein Psychiater kontrolliert die Leber und Nierenwerte immer nur, wenn ich ihn drauf anspreche und nachhake, was dann aber meinerseits eine große Eigenkontrolle bedarf, die ich in labilen Phasen nicht besitze…und ehrlich gesagt fühle ich mich eigentlich auch nicht dafür verantwortlich, einen Arzt auf Untersuchungen, die aufgrund von ihm verschriebenen Medikamente notwendig wären, anzusprechen. Meine bisherige Hausärztin hat sich da immer etwas quer gestellt, wenn ich sie auf solche Kontrollen ansprach, weil dies Aufgabe meines Psychiaters sei. Also ein Hin und Her und blablabla, vollkommen unnötig alles.
Auch hat man mir dort nochmal ausdrücklich gesagt, dass wenn ich irgendwelche Probleme haben sollte, wenn ich meine Psychopharmaka nicht vertrage oder es mir psychisch so beschissen geht, dass ich ärztliche Hilfe bräuchte…mein Psychiater aber gerade nicht zu erreichen ist aufgrund von Urlaub oder Krankheit, ich nur anzurufen brauche und die sofort einen Termin für mich frei machen würden. ❤ SO LIEB!!! Unfassbar!
dav
Über beide Ohren strahlend bin ich dann mitm Hodormann heraus stolziert und hab mich erstmal von ihm abknutschen lassen im Auto. „Siehst du Mami, ist alles nicht ganz so schlimm wie es auf den ersten Blick wirkt.“ Mein Hodortier, mein Seelenretter, mein ganz persönlicher und stark behaarter Notarzt ❤ Es fühlt sich einfach so unfassbar gut an, wie ein normaler Mensch mit Hirn behandelt zu werden, auch wenn man nun mal auf einen Assistenzhund angewiesen ist. Im übrigen glaub ich, dass die Mädels dort grad tierisch verknallt in Hodor sind, die wollten ihn fast nicht mehr gehen lassen 😛

3 Kommentare zu „Manchmal sind es Kleinigkeiten von eigentlich Unbekannten, die einem den Arsch retten

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