Der Hund

Ich liebe meinen Hund, ehrlich! Ohne ihn wären mir so viele Dinge nicht möglich…nehmen wir das Einkaufen….kann ich nicht, nicht ohne Begleitung. Da dreh ich durch! Bevor Hodor bei uns einzog ließ ich mir andauernd scheinheilige Ausreden einfallen, damit ich bloß nicht allein einkaufen gehen muss. Jetzt ist das Hodortier da und ich schlender mehr oder weniger gemütlich durch den vollen REWE – unfassbar!

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Aber manchmal….ja, manchmal…da möcht ich meinen Hund gern gegen die Wand nageln 😀 Hodor ist nämlich eine ganz spezielle Rasse, ab und an ist er nämlich kein Labrador, sondern ein CLOWNdor! Und dann kann ich euch sagen, geht die Luzi ab. Eine rasende Rakete is nix gegen meinen über den Rasen flitzenden Köter! Gut, wenn ein Rasen in dem Moment vorhanden ist. Schlecht, wenn ich eh schon mega genervt bin und mein Hund mir dann mit seinem ach so – nicht – lustigem Verhalten sooooooo dermaßen auf die Klöten geht und wir uns dann gegenseitig immer mehr aufschaukeln. Ja, so läuft das mit einem pubertierendem Rüden, auch wenn es ein Assistenzhund ist, Hund bleibt Hund. Und Hormone bleiben Hormone. Und Grenzen austesten gehört auch dazu!

Meine persönliche Grenze war dann gestern erreicht, als mein Arschlochhund beim Degility meinte, er müsse mal kurzzeitig durchdrehen. Ehrlich Leute, am liebsten hätte ich geheult und wäre weggerannt. Aber das liegt nicht (nur) am Hodor, sondern vor allem an mir. Ich bin aktuell, wie ihr vielleicht mitbekommen habt, nicht ganz soooooo stabil emotional und aufgrund sich derzeitig häufender Panikattacken und dissoziativen Störungen (is toll wenn ne Schüssel Müsli aus der Hand rasselt weil sie plötzlich gelähmt is…) trainiere ich derzeit echt wenig mit dem Hodortier. Das „einzige“, was wir aktuell viel machen ist Panikattacke anzeigen, Körpergefühl wieder herstellen, Lähmungen unterbrechen beziehungsweise überstehen…Hodor ist gerade 2 Jahre alt und braucht zu der Assistenzarbeit eigentlich immer einen guten Ausgleich, um den Pfeffer im Hintern los zu werden…klar, dass er da aktuell durchdreht. Und mal unter uns, Pubertät beim Hund ist echt anstrengend!!!!

Aber aufgrund dessen habe ich mich gestern Abend hingesetzt, nachdem meine Wut auf mich selbst bezüglich des Trainings verraucht war, und habe einen Trainingsplan erstellt. Ich habe an jedem Tag der Woche eine „Einheit“ gesetzt, was jetzt nicht heißen soll dass wir jeden Tag trainieren wie die Bekloppten, das könnte ich in meinem derzeitigen psychischen Zustand auch gar nicht schaffen, sondern dass wir jeden Tag eine Kleinigkeit machen, die man zum Teil auch einfach im alltäglichen Spaziergang verbinden kann. Als Beispiel: Freitags und Dienstags ist unser „in der Wohnung“ Trainingstag. Da wird dann geklickert, Deckentraining gemacht oder auch mal Geruchsprobendifferenzierung. Montags, Donnerstags und Samstags sind unsere „draußen“ Trainingstage, an denen der Rückruf, bei Fuß gehen, vielleicht mal ein wenig Dummy werfen oder auch Teile des Assistenztraining einfließen werden. Das kann man ja super im Spaziergang miteinander verbinden. Mittwochs haben wir immer Assistenztraining und Sonntags Degility. Für jede erledigte Einheit gibt es einen Sticker in unserem Belohnungssystem. Ha jawoll! Ich bin nämlich voll kluK und trickse mich selbst aus indem ich eine Belohnungstabelle erstellt habe. Für jede volle Woche beziehungsweise pro sieben Sticker gibt es eine Belohnung, wie zum Beispiel gemeinsames Schwimmen gehen bei der Hundyphysio, einen Überraschungsausflug, ein Besuch bei Hodors Schwester Elsa und so weiter.

 

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Im übrigen habe ich dafür so geile Sticker beim Woolworth heut morgen gefunden, so mit Smileys drauf 😀 Und weil wir heute morgen schon eine Stunde Stadttraining hinter uns haben, gibt es direkt einen hübschen Smiley *klatsch*

Ich bin wirklich sehr gespannt, ob und wie ich das mit den Trainingseinheiten durchhalte und vor allem bin ich auf die Veränderungen vor allem in meinem Verhalten gespannt. Ich versuche nämlich nun noch achtsamer meinem Hund gegenüber zu sein, um solche frustrierenden Momente für uns beide zu vermeiden. Deswegen gibt es auch ab sofort jeden Abend 5 Minuten achtsames Streicheln, so können wir beide herunter fahren und einfach mal genießen.

By the way: nur weil ich meinen Hund ab und an als Köter betitel oder als Arschlochhund oder sonstiges und ihn zeitweise gegen die Wand klatschen möchte, heißt es nicht dass ich a) meinen Hund nicht lieben würd oder b) ihn tatsächlich gegen die Wand klatsche…nur so für die Oberschlaubischlümpfe 😛

Ein Kommentar zu „Der Hund

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  1. Das Gefühl das Getier zu dürfen oder an die Wand zu nageln kenne ich auch nur zu gut und jeder Hundebsitzer, der das noch nie hatte, hatte keinen Hund. Also alles gut. Mitunter bringen sie einen Ei Dach zur Weisglut.
    Liebe Grüße

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