Rückblick 2017

Das war mein Jahr! Definitiv war es das.

 

Denn neben einem Haufen an Rückschlägen und dem Berg an Scheiße, der mich auch in diesem Jahr begleitet hat, sind soooo viele tolle Dinge 2017 passiert! Zum Beispiel habe ich Anfang des Jahres endlich eine Therapie angefangen, die mir gut tut – und mich nicht nach jeder Therapiesitzung mehr zerstört wie zuvor. Meine Therapeutin ist Schema-, Verhaltens, & Traumatherapeutin, Achtsamkeitstrainerin und Yoga Lehrerin – also das volle Programm. Bei ihr fühle ich mich sicher mit all meinen ‚Köfferchen‘, die ich so mit mir rumtrage. Seitdem ich dort in Therapie bin, fühle ich diesen Elan, der dafür sorgt dass ich gern an mir arbeite. Die Last, die ich seit Kindheit mit mir trage wurde zwar nicht kleiner, aber um einiges erträglicher. Ich lerne jeden Tag aufs Neue, mit meinen Diagnosen und allem drum und dran klar zu kommen. Ich lerne mich kennen – und das ist ein unbeschreibliches Gefühl.

 

2017 war auch das erste Jahr, indem ich relativ unbeschwert wieder Dinge des Alltags erledigen konnt – wie zum Beispiel ’simple‘ Einkäufe. Was für andere Menschen ein Klacks ist, war für mich wie der Gang über loderndes Feuer. Aber nun ist da eine Fellnase an meiner Seite, der speziell ausgebildet wird für all meine ’special effects‘ – und plötzlich fühlt sich alles viel leichter, ja selbstverständlicher an. Ich mag es kaum aussprechen aber manchmal, ja ab und an, kann ich inzwischen einen Einkauf genießen – dank Hodor.

Ich habe geschafft, einen Pflegegrad zu beantragen und habe selbst den Termin mit der Gutachterin vom MDK gut überstanden. Ja, es war sogar total angenehm, weil diese Gutachterin einfach total liebevoll und achtsam mit mir umgegangen ist und ich mich nicht gefühlt habe, als sei ich ein Schmarotzer. Das sind nämlich so alte Denkmuster, wo ich anfange zu lernen, diese einfach mal ‚über Bord zu schmeißen‘. Ich bin nämlich kein Schmarotzer. Ich bin chronisch krank. Und ich habe ein Anrecht auf gewisse Dinge, wie zum Beispiel dem Pflegerad oder einem Schwerbehindertenausweis. Im übrigen; zu letzterem habe ich dieses Jahr geschafft, einen Verschlechterungsantrag mit Beantragung von Merkmalen zu stellen.

In diesem Jahr habe ich mir Raum geschaffen – und das sprichwörtlich. Ich habe das Wäschezimmer umgeräumt, mir einen Schreibtisch rein gestellt und es hübsch gestrichen. Dann habe ich dort Bilder aufgehangen, überwiegend von Alice im Wunderland, weil dies mein Lieblingsmärchen ist – und nun ist es mein Bastelzimmer, mein persönlicher Rückzugsort. Auch ‚meinen‘ Sofaplatz im Wohnzimmer habe ich mir nett hergerichtet, mit indirektem Licht und schönen Postkarten. Denn ich habe wieder angefangen, zu lesen. Ja, endlich habe ich wieder die Ruhe dazu gefunden. Auch eine Notfallbox habe ich mir erstellen können, mit vielen Skills die mir vor, während oder nach einer Panikattacke oder einer dissoziativen Bewegungsstörung helfen können. Und ja, ich traue mich endlich Notfallmedikamente zu nehmen – und das, BEVOR es zu spät ist.

 

Das sind nur vier tolle Sachen von sooo vielen, die dieses Jahr passiert sind. Das wurde mir erst so richtig bewusst, als ich mein ‚Glücksglas‘ heut geleert hab und mir all die tollen Erinnerungen, die ich aufgeschrieben habe, noch einmal vor Augen geführt hab. Auch wenn ich viel zu oft vergessen hab, einen Zettel ins Glas zu stecken, so sind die Erinnerungen, die ich konserviert hab soooooo schön zu lesen, dass ich mir definitiv vornehmen werde auch 2018 ein ‚Glücksglas‘ zu führen. Denn die schönen Augenblicke vergisst man leider viel zu oft.

cof

Was ist so euer Résumé von 2017? Welche tollen Momente habt ihr erlebt, welch große oder kleine Schritte seid ihr gegangen? Habt ihr es schaffen können, die guten Momente für euch aufzubewahren, sodass ihr immer wieder Zugriff darauf habt?

 

5 Kommentare zu „Rückblick 2017

Gib deinen ab

  1. Ein schöner Rückblick! Ich liebe es auch Rückblicke und auch Planungen für die Zukunft schriftlich zu verarbeiten. Das Kind in die muss Heimat finden lese ich gerade. In meiner Seelsorgeausbildung lerne ich Vieles was sich auf die Individualpsychologie beruft und ich finde es spannend die Seite der Transaktionsanalyse da noch etwas genauer zu beleuchten und mit hinein zu nehmen. Lieben Gruß, Sandra aus dem Sommerzimmer

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  2. Hallo Marisa,

    die Idee mit dem Glücksglas ist ja genial! Eine Freundin schenkte mir Mitte des Jahres ein Glückstage uch – manchmal vergesse ich dort Schönes einzutragen.
    Dein Jahr klingt recht gut. Du hast viel geschafft!
    Jnd wer weiß – vielleicht wird 2018 noch viel besser!?!
    Viel Kraft und Freude beim Zurückerobern Deiner Lebensräume wünscht Dir Himbeere mit ihren Himbeersplittern.

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    1. Hallo du Beere (immer wenn ich Kommentare von dir lese bekomme ich Hunger 😂)

      Sowas in ein Buch zu schreiben ist auch eine schöne Idee, hatte ich auch mal versucht, aber dann hab ich das Buch in die Ecke gelegt und es ward nie mehr gesehen 😂

      Ich hoffe dass du im Jahr 2017 neben der ganzen Scheiße auch viele Glücksmomente sammeln konntest!

      Auf ein neues Jahr voller interessanter Momente 😉

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