★Assistenzhund – was ist das eigentlich und wie verhalte ich mich gegenüber einem Assistenzhundeteam?★

Schon oft wurde ich inzwischen auf der Straße auf meinen Hund angesprochen. Viele denken, es sei ein Blindenführhund in Ausbildung und ich müsse ihn irgendwann einmal abgeben. Wenn ich dies verneine und sage, dass es sich hierbei um einen Assistenzhund für mich handelt, folgen die überraschten Gesichter. „Na was hat die Frau denn?“

Es gibt Erkrankungen, oder Beeinträchtigungen, die sichtbar sind. Genauso gibt es aber auch welche, die es nicht sind. Ich zum Beispiel bin psychisch krank. Sieht man es mir an? Ich mein gut, ich hab bunte Haare und seh ein wenig irre aus aber ansehen tut man mir meine Erkrankung nicht.

Ein aufmerksamer Beobachter wird im Höchstfall in Momenten der Panik oder der Dissoziation erkennen können, dass ich mich irgendwie komisch verhalte, unruhig wirke, ich anfange zu zittern, mir Sachen herunter fallen oder ähnliches. Dass ich in solchen Momenten mit Todesängsten zu kämpfen habe, wird allerdings niemand merken.

Mein Hund wiederum tut dies. Er merkt, teilweise schon viel eher als ich, dass irgendwas nicht stimmt. Er nimmt dies über meinen veränderten Geruch wahr oder über kleinste Veränderungen meiner Haltung. Somit bekomme ich die Chance, rechtzeitig zu handeln, meine Medikamente zu nehmen oder aber aus der Situation heraus zu gehen.

Mein Hund wird aufgrund dessen zum Assistenzhund ausgebildet. Denn er ist mein Hilfsmittel. Er verschafft mir den Abstand zu anderen Menschen, den ich brauche um nicht sofort eine Panikattacke zu bekommen. Er führt mich zum Ausgang oder aus Menschenmassen heraus, wenn ich es selbst nicht mehr schaffe. Er bringt mir einen Beutel mit Notfallmedikamenten und fordert mich auf, diese zu nehmen. Er ist da, in Momenten wo ich der Todesangst vollkommen ausgeliefert bin, und erdet mich. Mein Hund macht es mir möglich, wieder am Leben teilzuhaben.

Viele, die uns so sehen, sehen nur diesen süßen Labrador und automatisch spüren sie den Drang, ihn zu streicheln. Aber wenn Hodor im Dienst ist, trägt er eine Kenndecke mit dem Hinweis, dass man ihn bitte nicht anfassen soll. Einige verstehen dies nicht und finden es schade, weil er doch so niedlich aussieht. Ich kann das nachvollziehen.

Allerdings ist es so, dass wenn Hodor im Dienst ist, er nicht abgelenkt werden soll. Dazu gehört zum Beispiel das Anfassen, Ansprechen und Anlocken des Hundes. Ansonsten ist er vielleicht mit dem Kopf ganz woanders, wenn ich plötzlich eine Panikattacke bekomme oder dissoziiere und kann mir dann nicht mehr helfen. Im schlimmsten Fall führt dies zum Beispiel dazu, dass ich zusammen sacke oder hinfalle, meine Medikamente nicht rechtzeitig einnehmen kann und ein Notarzt gerufen werden muss.

Deswegen bitte, wenn euch ein Assistenzhundeteam begegnet, stört den Hund nicht. Er macht dort seine Arbeit – zumal ich generell nicht empfehlen würde, einen fremden Hund einfach so anzufassen, egal ob Assistenzhund oder nicht 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: